Ambulant statt stationär - oder jetzt doch andersherum?

Dr. med. Anne Wiese

AMBULANT STATT STATIONÄR – ODER JETZT DOCH ANDERSHERUM?


Stellungnahme zur Neuregelung der Hybrid-DRG 2027 · Änderungsantrag 1 (CDU/CSU, SPD), A-Drs.

21(14)107 vom 05.10.2026 · Art. 1a Nr. 4, § 115f Abs. 6 SGB V (neu)


Die Hybrid-DRG wurden eingeführt, um mehr Eingriffe ambulant zu ermöglichen und unnötige Krankenhausaufenthalte

zu vermeiden. Die für 2027 geplante Neuregelung droht, diese Entwicklung umzukehren.


Was geplant ist

Hybrid-DRG-Leistungen ohne Übernachtung sollen 2027 nur noch nach den EBM-Vorgaben vergütet werden, und zwar

in Praxen wie in Krankenhäusern. Nur mit einer Übernachtung bleibt die Hybrid-DRG-eine Fallpauschale. Ab 2028 soll §

115f SGB V ganz entfallen und durch Kurzzeitfallpauschalen im Krankenhaus ersetzt werden. Die Übernachtung wird

damit zum entscheidenden Vergütungsmerkmal.


Die Ambulantisierung wirkt

Die ambulante Fußchirurgie zeigt seit Jahren, dass viele Eingriffe sicher, hochwertig und ressourcenschonend ambulant

möglich sind. Ein Teil der Eingriffe, die 2026 über die Hybrid-DRG ambulant erbracht wurden, wäre ohne dieses

Instrument stationär versorgt worden. Bundesweit stieg der ambulante Anteil im untersuchten Leistungsbereich laut

WIdO von 32 % auf 48 % (2023 bis 2025, rund 170.000 Fälle), ohne Hinweise auf Qualitätsprobleme.¹ Patientinnen und

Patienten profitieren von früher Mobilisierung zu Hause und weniger Krankenhausrisiken.

1 Messerle R et al.: Hybrid-DRGs im Fokus. WIdO e-Paper.15 (2026), September 2026:


Ein falscher Anreiz

Eine medizinisch mögliche ambulante Behandlung darf wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werden als eine

Versorgung mit Übernachtung. Was für das Krankenhaus wie Mehrumsatz aussieht, ist angesichts gebundener

Infrastruktur, wie Betten und Pflegekräfte, kein echter Mehrerlös. Für die Versicherten wird dieselbe Leistung schlicht

teurer, ohne medizinischen Mehrwert.

Die Regelung widerspricht dem Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB V) und dem Vorrang ambulanter Behandlung (§ 39

SGB V). Ressourcen werden fehlgesteuert und fehlen dort, wo stationäre Behandlung tatsächlich nötig ist. Zudem

entwertet eine Änderung mit weniger als drei Monaten Vorlauf die Investitionen, die Praxen und Kliniken in ambulante

Strukturen getätigt haben.


Unsere Forderungen

1. Art. 1a Nr. 4 des Änderungsantrags 1 (§ 115f Abs. 6 SGB V neu) streichen. Die Hybrid-DRG-Vergütung muss 2027

sektorengleich bleiben. Gleiche Leistung muss gleich vergütet werden, unabhängig davon, ob sie ambulant oder

stationär erbracht wird.

2. Die Vergütung muss sich an medizinischem Schweregrad und tatsächlichem Behandlungsaufwand orientieren

und nicht am Versorgungssetting.

3. Notwendige Einsparungen sind innerhalb der sektorengleichen Vergütung zu realisieren, etwa durch eine

Schweregraddifferenzierung. Eine Schlechterstellung der ambulanten Versorgung ist dafür der falsche Weg.


Ambulant, wenn medizinisch möglich.

Stationär, wenn medizinisch notwendig.


Arbeitskreis Abrechnung der D.A.F. e. V. & Arbeitskreis Abrechnung der GFFC e.V. 7. Oktober 2026



von Dr. med. Anne Wiese • 2. Juli 2026
Schmerzen unter der Ferse gehören zu den häufigsten Beschwerden des Fußes. Besonders die ersten Schritte am Morgen können zur Qual werden. Häufig steckt ein Fersensporn in Verbindung mit einer Entzündung der Plantarfaszie (Plantarfasziitis) dahinter. In vielen Fällen helfen konservative Maßnahmen. Bestehen die Beschwerden jedoch über Monate fort, kann eine minimalinvasive Fersensporn-Operation eine wirkungsvolle und schonende Behandlungsoption sein. Was ist ein Fersensporn? Ein Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, die durch eine langanhaltende Reizung des Sehnenansatzes der Plantarfaszie entsteht. Im Röntgenbild ist der Fersensporn gut sichtbar. Die Schmerzen werden jedoch meist nicht durch den Knochensporn selbst verursacht, sondern durch die chronische Entzündung der Plantarfaszie. Typische Beschwerden sind: starke Schmerzen unter der Ferse Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen Schmerzen nach längeren Ruhephasen Beschwerden beim Gehen, Stehen oder Sport Druckschmerz im Bereich der Ferse Konservative Behandlung des Fersensporns Bevor eine Fersensporn-OP in Betracht gezogen wird, sollten konservative Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Dazu gehören unter anderem: gezielte Dehnungsübungen der Wadenmuskulatur und Plantarfaszie orthopädische Schuheinlagen zur Entlastung Kälteanwendungen Stoßwellentherapie Ultraschallbehandlung Physiotherapie entzündungshemmende Maßnahmen Viele Patienten werden durch diese Therapien beschwerdefrei. Bleiben die Schmerzen trotz konsequenter Behandlung über einen längeren Zeitraum bestehen, kann eine Operation sinnvoll sein. Wann ist eine Fersensporn-Operation sinnvoll? Eine Operation des Fersensporns wird empfohlen, wenn: konservative Therapien über mehrere Monate keine ausreichende Besserung bringen, die Schmerzen den Alltag erheblich einschränken, Gehen und Stehen dauerhaft schmerzhaft sind, die Lebensqualität deutlich reduziert ist. Vor jeder Operation erfolgt eine sorgfältige klinische Untersuchung sowie eine bildgebende Diagnostik. Minimalinvasive Fersensporn-OP – schonend und präzise In unserer Praxis setzen wir auf moderne minimalinvasive Fußchirurgie. Ziel des Eingriffs ist es, die Ursache der chronischen Reizung zu beseitigen und die Plantarfaszie dauerhaft zu entlasten. Über eine lediglich 5 bis 10 Millimeter kleine Hautinzision wird ein Weichteiltunnel angelegt. Unter kontinuierlicher Röntgenkontrolle (Durchleuchtung) wird der knöcherne Fersensporn mit einer speziellen Fräse präzise entfernt. Gleichzeitig erfolgt eine gezielte Entlastung der Plantarfaszie. Durch die minimalinvasive Technik werden Haut und Weichteile geschont, wodurch sich die Entzündung zurückbilden und der Heilungsprozess unterstützt werden kann. Vorteile der minimalinvasiven Fußchirurgie Die minimalinvasive Fersensporn-Operation bietet zahlreiche Vorteile: sehr kleiner Hautschnitt (5–10 mm) geringe Weichteilverletzung präzise Entfernung des Fersensporns geringeres Risiko für Wundheilungsstörungen weniger postoperative Schmerzen schnellere Mobilisation kurze Erholungszeit moderne, gewebeschonende Operationsmethode Nach der Fersensporn-OP Nach der Operation erfolgt eine individuell abgestimmte Nachbehandlung. Ziel ist eine rasche Rückkehr in den Alltag und eine langfristige Schmerzfreiheit. Die Nachsorge umfasst je nach Befund eine schrittweise Belastungssteigerung sowie unterstützende physiotherapeutische Maßnahmen.  Ihr Spezialist für minimalinvasive Fußchirurgie Chronische Fersenschmerzen müssen nicht dauerhaft hingenommen werden. Durch moderne Diagnostik und eine individuell abgestimmte Behandlung finden wir gemeinsam die für Sie passende Therapie – von der konservativen Behandlung bis zur minimalinvasiven Fersensporn-Operation. Gerne beraten wir Sie persönlich und prüfen, ob eine Operation in Ihrem Fall sinnvoll ist. Vereinbaren Sie einen Termin – wir helfen Ihnen, wieder schmerzfrei auf den Beinen zu sein.
von Dr. Anne Wiese • 30. Juni 2025
Ballenzeh adé - moderne Hallux valgus-Behandlung jetzt in Erfurt Wer kennt es nicht: Die Lieblingsschuhe drücken, der große Zeh schiebt sich auffällig nach außen, und jeder Schritt wird zur Qual. Was harmlos beginnt, kann sich zu einer ernstzunehmenden Fußfehlstellung entwickeln – dem Hallux valgus, auch bekannt als Ballenzeh. Was ist der Hallux valgus? Der Hallux valgus ist eine Deformität, bei der sich die **große Zehe nach außen verschiebt**, während der **erste Mittelfußknochen nach innen drängt** – sichtbar als schmerzhafter Ballen an der Fußinnenseite. Etwa **jeder vierte Erwachsene** ist betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Häufig liegt eine genetische Veranlagung vor: „Meine Mutter und Großmutter hatten das auch“ hören wir in unserer Erfurter Praxis nicht selten. Die Folgen? Schuhkonflikte, Druckstellen, Entzündungen, Schwellungen - und ganz allgemein Einschränkungen im Alltag. Kein Wunder, dass viele Patient\*innen nach einer nachhaltigen Lösung suchen. Hallux valgus behandeln – aber wie? Die gute Nachricht: Es gibt eine Vielzahl an bewährten Operationsmethoden, die stetig weiterentwickelt werden. Die modernste und schonendste Technik ist dabei die sogenannte minimalinvasive Hallux valgus-Operation, auch Bunionplasty genannt – ein echter Fortschritt in der Fußchirurgie, den wir in unserem Zentrum für Hand-, Fuß- und Hautchirurgie in Erfurt anbieten. Was ist das Besondere an der minimalinvasiven OP? Kleine Hautschnitte, großes Ergebnis: Durch winzige Zugänge werden Knochen, Sehnen und Bänder neu ausgerichtet. Weniger Schmerzen: Viele unserer Patient\*innen sind überrascht, wie wenig Schmerzen sie nach dem Eingriff empfinden – ganz anders als die oft gehörten Horror-Geschichten. Geringere Wundkomplikationen: Weniger Gewebetrauma bedeutet weniger Risiko für Infektionen oder Wundheilungsstörungen. Mehr Korrekturmöglichkeiten: Auch schwere Fehlstellungen lassen sich gut behandeln. Wichtig: Die Heilungszeit bleibt ähnlich wie bei anderen Methoden, aber der Eingriff ist insgesamt sanfter und effizienter. Häufige Fragen aus unserer Praxis in Erfurt: Was ist das beste Alter für eine Hallux-OP? Ein „perfektes Alter“ gibt es nicht. Entscheidend ist der persönliche Leidensdruck und die allgemeine Gesundheit. Wir beraten Sie gern individuell. Wann darf ich nach der OP wieder laufen? Tatsächlich direkt danach mit einem Spezialschuh, der den Vorfuß entlastet. Für ca. 6 Wochen sollte dieser konsequent getragen werden. Wie schmerzhaft ist der Eingriff wirklich? Unsere Patienten sind oft positiv überrascht: „Es hat ja gar nicht so wehgetan, wie ich dachte!“ Die minimalinvasive Technik macht hier einen spürbaren Unterschied. Ihr Weg zu gesunden Füßen beginnt im Facharztzentrum am Kaffeetrichter Leiden Sie unter einem Hallux valgus? Haben Sie genug vom ständigen Schuhkonflikt? Dann lassen Sie sich von uns kompetent und einfühlsam beraten. In einem persönlichen Gespräch klären wir alle offenen Fragen und planen gemeinsam Ihren individuellen Behandlungsweg. Quellen: Wülker et.al: Therapie des Hallux valgus, Dtsch. Ärztebl. Int 2012, 109 (49): 857-68 [www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de](http://www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de) Terminvereinbarung ganz einfach: • direkt online über unsere Website • telefonisch oder per E-Mail • im Akutfall: innerhalb unserer Öffnungszeiten ist eine direkte persönliche Vorsprache möglich
von Katrin Finn • 1. April 2025
Arbeits- oder Wegeunfall? Wir sind Ihre D-Ärztinnen in Erfurt! Unfälle im Beruf oder auf dem Weg zur Arbeit passieren schneller, als man denkt. Gut zu wissen: In unserem Facharztzentrum am Kaffeetrichter in Erfurt sind wir als erfahrene D-Ärztinnen für Sie da – kompetent, einfühlsam und ohne lange Wartezeiten. Was ist ein D-Arzt? Durchgangsärzte (kurz: D-Ärzte) sind speziell geschulte Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Sie übernehmen die Behandlung von Arbeits- und Wegeunfällen im sogenannten Durchgangsarztverfahren – im Auftrag der Berufsgenossenschaften. Wann muss ich zum D-Arzt? Eine Vorstellung bei uns ist notwendig, wenn: • Ihre Verletzung zu einer Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus führt, • die ärztliche Behandlung länger als eine Woche dauert, • Heil- oder Hilfsmittel (z. B. Bandagen, Physio) verordnet werden müssen, • es sich um Folgeschäden oder eine Wiedererkrankung handelt. Wer ist versichert? Zu den gesetzlich unfallversicherten Personen gehören u. a.: • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer • bestimmte Selbstständige • Kinder im Kindergarten, Schüler & Studierende • Teilnehmende an Reha-Maßnahmen Versichert sind außerdem Wegeunfälle, also Unfälle auf dem direkten Weg zur Arbeit, Schule oder Hochschule – zum Beispiel bei einem Sturz oder Zusammenstoß. Das Wichtigste für Sie: Für die Behandlung bei uns benötigen Sie keine Überweisung – bringen Sie einfach Ihre Angaben zur Berufsgenossenschaft mit. So erreichen Sie uns: Dr. Anne Wiese & Katrin Finn – Ihre D-Ärztinnen im FAZ Kaffeetrichter Terminvereinbarung ganz einfach: • direkt online über unsere Website • telefonisch oder per E-Mail • im Akutfall: innerhalb unserer Öffnungszeiten ist eine direkte persönliche Vorsprache möglich Außerhalb unserer Öffnungszeiten wenden Sie sich bitte an die D-Arzt-Ambulanzen im Katholischen Krankenhaus Erfurt (KKH) oder im HELIOS Klinikum.
Ein OP Besteck aus Scheren, Skalpellen und Haken auf einem blauen Tuch
von Dr. med. Anne Wiese • 22. Mai 2024
Wenn konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, bleibt häufig nur die Chirurgie. Dank unserer umfassenden Spezialisierungen sind wir, sollte dieser Fall einmal eintreten, Ihr verlässlicher Partner für ein breites Spektrum an Operationen.
Zwei Füße nebeneinander, von unten aufgenommen.
von Katrin Müller • 7. Mai 2024
In Abhängigkeit von den Grunderkrankungen des Patienten kann es bei Operationen am Fuß zu Durchblutungs- und damit verbundenen Wundheilungsstörungen kommen. Um das Risiko zu minimieren, wurden für die moderne Fußchirurgie minimalinvasive OP-Techniken entwickelt. Diese finden als Alternative oder in Kombination zu klassischen offenen OP-Verfahren Anwendung.
Eine auf einem Bett sitzend Person, sie präsentiert einen Fuß und hält eine Ölflasche in den Händen
von Dr. med. Anne Wiese • 11. März 2024
Eingewachsene Zehennägel plagen mehr Menschen als man annimmt. Viele trauen sich nicht, ihre entzündeten Nägel zu zeigen oder medizinisch behandeln zu lassen. Obwohl sie unter Schmerzen und unschönem Aussehen leiden, ist die Scham oft groß.
Bild einer Hand im Licht. Die Finger 2-5 sind leicht gebeugt
von Dr. Anne Wiese • 15. November 2023
Sie haben Schmerzen am Daumenballen, verminderte Kraft beim Greifen und eine Bewegungseinschränkung des Daumens? Dann liegt möglicherweise eine Rhizarthrose (=Verschleiß des Daumensattelgelenkes) vor.
Fuß mit sichtbar verformten zweiten Zeh
von Dr. Anne Wiese • 26. April 2023
Eine Hammerzehe ist eine Verformung einer Kleinzehe, bei der das Endgelenk der Zehe gestreckt, das Mittelgelenk der Zehe gebeugt ist und das Grundgelenk der Zehe überstreckt ist. Diese Verformung kann Schmerzen und Unannehmlichkeiten bei täglichen Aktivitäten wie Gehen, Laufen oder Stehen verursachen.
Ein Sportler mit Patellaspitzensyndrom hält sich das Knie vor Schmerzen
von Katrin Müller • 13. April 2023
Beim Patellaspitzensyndrom handelt es sich um ziehende Schmerzen unterhalb der Kniescheibe während oder nach dem Sport. Besonders betroffen sind Sportarten, bei welchen durch wiederholte Sprünge mit anschließender Landung massive Kräfte auf die Patellasehne wirken. Hierzu zählen hauptsächlich Hand-, Basket- und Volleyball.
von Dr. Anne Wiese • 22. Februar 2023
Was ist bei Schmerzen nach einem Unfall auf der Arbeit zu tun?